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11. September

Posted by qba in Allgemein

wtc1.jpgSo muss das ungefähr damals bei dem Attentat auf J.F. Kennedy gewesen sein. Jeder wusste noch ganz genau, wo er zu diesem Zeitpunkt gewesen ist. Genauso denke ich mir geht es uns heutzutage mit dem 11. September 2001. Also ich weiß es noch ganz genau.

Wir waren im Urlaub. Spanien. Eine kleine Siedlung auf dem Festland. Wir hatten uns ein superschönes Häuschen von Bekannten gemietet. Das Wetter war phänomenal und wir waren schon 1 Woche da, also top erholt. Wir brauchten an diesem Tag eine neue Gasflasche. Also sind wir zur Verwaltung hingelaufen. Der Typ von der Verwaltung war auch da, aber guckte irgendwie nur gebannt auf einen winzig kleinen Fernseher und machte keine anstalten uns zu begrüßen, geschweige denn uns eine Gasflasche zu geben. Also machten wir auf uns aufmerksam. Das einzige was er von sich geben konnte war:

Da in Amerika ist der Horror los. Tausende Menschen sterben. Zwei Flugezeuge sind mitten in der Stadt abgestürzt.

Mir läuft jetzt beim Schreiben sogar noch eine Gänsehaut über den ganzen Körper, weil ich dieses Entsetzen in seiner Stimme wohl nicht mehr vergessen werde. Gerade in Bezug auf die Information, die wir dann anschließend erhalten haben.

Unser kompletter Urlaubstag bestand nun darin fern zu sehen und den Kopf zu schütteln. Diese erschreckenden Bilder und wir mitten im Paradies. Ihr könnt Euch nicht vorstellen wie schlecht wir uns gefühlt haben.

Würde mich freuen, wenn der ein oder andere mir SEINE Geschichte erzählen würde. :-)

Foto: sxc.hu – "WTC in the fog" von smalco

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8 Responses

  • Strandläuferin says:

    Geht mir auch so. Obwohl ich sonst vieles vergesse, kann ich mich an diesen Nachmittag gut erinnern. Ich befand mich in der oberen Etage und habe Fenster geputzt. Nebenbei lief das Radio und ich vernahm eine Meldung von einem Flugzeugabsturz. Zunächst nahm ich das nicht weiter ernst, ich registrierte es so, wie viele Nachrichtenmeldungen, etwas beiläufig.
    Dann wurden die Stimmen im Radio aber eindringlicher, ich bekam direkt Angst und das Gefühl, da stimmt etwas ganz und gar nicht, ein zweites Flugzeug war im Anflug und wurde gebannt verfolgt. Ich rannte die Treppe herunter, schaltete den Fernseher an und saß erschrocken davor, als das Bild kam war gerade das zweite Flugzeug in die Twin Towers geflogen.
    Mir wurde so kalt und ich dachte alles bleibt stehen, das war wohl auch das Gefühl, dass man live fast mit hineingezogen wurde in die Bilder. Ich fühlte mich hinein versetzt in die Menschen, die in Not waren. Und im selben Moment wurde mir klar, das könnte einen dritten Weltkrieg bedeuten. In dem Moment damals, habe ich diese Möglichkeit nicht ausgeschlossen, weil man nie weiß, wie sich solche Ereignisse verselbständigen.
    Und tatsächlich ist dieser Tag ja noch immer nicht verkraftet.

    Der 11. September ist seitdem für mich ein Datum mit Geschichte.

  • qba says:

    Hallo Strandläuferin. Danke Dir für Deine Geschichte. :-)

  • bruno says:

    mich gruselt es ebenfalls noch, wenn ich an diesen moment der ersten nachrichten denke.
    ich war zu hause, hörte im radio die meldung. gleich darauf schaltete ich den fernseher ein und sah schockiert die berichte. da stand mein kind auf und ging in freien schritten auf den fernseher zu. sie brabbelte irgendwas und hielt sich am bildschirm fest. er waren ihre allerersten schritte – einen tag bevor sie 10 monate alt wurde. ich weiß nicht, aus welchem der beiden gründe ich dann geheult habe, wahrscheinlich aus beiden.
    ein paar minuten später habe ich dann die filmkamera eingeschaltet. da lief dieser kleine zwerg durchs wohnzimmer und der fernseher in hintergrund war an. beim eingeblendeten datum wird mir heute immer noch übel, wenn ich mir die aufnahme ansehe.

  • chanti says:

    ich kann mich auch noch gut erinnern… ich war in der arbeit und bin mit einem plan zum copyshop gefahren. im auto hörte ich in den nachrichten die meldung von dem vermeintlichen flugzeugabsturz, von terror war noch nicht die rede. die nachricht hat mich schon recht getroffen, ich habe verwandte in n.y. und 1996 stand ich auf dem dach von einem der beiden twin-towers.

    als ich vom copyshop zurück war, erzählte ich meinem kollegen gleich davon, aber inzwischen war das zweite flugzeug schon gecrasht und langsam wurde klar, dass da ein system dahinter steckte. ich bekam gänsehaut und war komplett schockiert. alle hingen nur mehr vor dem radio.

    bei mir kam noch dazu, dass ich zu der zeit mit den nerven am ende war. durch ziemlich heftige private turbulenzen hatte es sich so ergeben, dass ich gerade ein paar tage bei meinem onkel und meiner tante wohnte. abends saßen wir also vor dem fernseher und sahen immer wieder die gleichen, schockierenden bilder. ich war sehr, sehr erschüttert von diesen ereignissen – und dann fragte mich mein onkel tatsächlich, ob diese ereignisse denn überhaupt zu mir vorgedrungen wären? ich war, einmal mehr an diesem tag, nur mehr sprachlos.

  • Alf says:

    Meine Erinnerung daran: Essen, Ruhrtalstraße. Die dumme Mezzosopranistin und ich in unserer so schönen Wohnung, schon fast auf dem Weg zu einem Besichtigungstermin für eine Neue, als ich durch das Programm zappe und bei der ARD einen brennenden WTC-Turm sehe. Viel zu früh für einen Actionfilm, denke, schalte weiter. MTV, VIVA – die Musiksender scheinen seltsam zurückhaltend. Zurück zur ARD, ein erschütterter Uli Wickert spricht mit jemandem vor Ort, in New York. ZDF, Prosieben, n-tv – plötzlich wird mir klar, dass alle Sender das gleiche zeigen. Das ist kein Film. Ich höre, dass man vermutet, ein Kleinflugzeug habe sich verflogen und sei in den Turm gekracht. Plötzlich überschlagen sich die Ereignisse für mich. Aus dem Augenwinkel sehe ich, wie ein kleiner Punkt anscheinend auf den brennenden Turm zufliegt, eine Explosion, der Punkt ist weg, Wickert sagt etwas davon, dass man wohl gerade die Wiederholung des Einschlags in den Turm gesehen habe. Er wird aus New York korrigiert: Das sei gerade im Moment passiert, ein Flugzeug, eine Verkehrsmaschine, der zweite Turm brennt jetzt ebenfalls. Für einen winzigen Moment sieht man das Entsetzen bei Wickert, mir wird seltsam, Tränen steigen mir auf und ich denke, dass es jetzte gerade ziemlich schlecht für uns alle sein könnte, dass George D. Bush Präsident der USA ist. Die Mezzosopranistin hört auf herumzulaufen, setzt sich hin. Wir haben noch eine halbe Stunde bis zum Termin. Ich bin so schockiert, dass ich nicht einen Ton herauskriege. Meine Mutter ruft an, macht sich Sorgen, weil wir ja in einer Stadt voller Hochhäuser wohnen. Ich beruhige sie, glaube ich. Sage, dass wir, Deutschland, ja nichts damit zu tun haben. Da wissen wir alle ja noch nicht, dass die Piloten in Hamburg gewohnt hatten. Wir fahren zum Besichtigungstermin und während ich mir diese Wohnung ansehe, habe ich zum ersten Mal in meinem Leben wirklich Angst vor einem Krieg. Den ganzen restlichen Tag verbringe ich vor dem Fernseher, immer im Hinterkopf, dass ich gerade vor einigen Wochen erst einen Roman von Tom Clancy gelesen habe, wo ein Attentäter ein Flugzeug ins Weiße Haus steuert. In New York springen Menschen aus den Fenstern des WTC, weil ihnen niemand mehr helfen kann. Als die Türme zusammenkrachen, weine ich und fange an, mich zu betrinken. Die Mezzosopranistin beschwert sich, weil ich sie nicht tröste. Die Wohnung hat sie dann später allein bezogen. Jedes Jahr, wenn ich die Bilder aus New York von 2001 sehe, graust mich das aufs Neue und gleichzeitig habe ich alles an Dokumentationen dazu verschlungen. Michael Moores "Fahrenheit 911", zum Beispiel. Oder dieser eine Film, der einfach nur Fragen stellt und lange Zeit als Tipp per eMail kursierte und zumindest in Deutschland nur im Netz verfügbar war.

  • qba says:

    :-) vielen vielen Dank für Eure Geschichten.

  • schdeff says:

    war grad auf der baustelle und hatte das radio nebstbei laufen. anfangs hab ich das gar nicht richtig mitbekommen, was da abging. erst, als nur mehr über wtc berichtet wurde, sickerte langsam, dass etwas schreckliches passiert war.
    ich ging damals gleich zu meinen eltern und schaltete den fernseher ein. spüre heute noch sehr genau die gänsehaut, die mir damals über den rücken, nein, den ganzen körper lief. wahrscheinlich deshalb, weils grad wieder passiert… wenn ich dran denke…

  • phager says:

    mein mann hatte mich wenige wochen zuvor verlassen. ich bemühte mich krampfhaft, mein leben halbwegs im griff zu behalten. morgens aufzustehen, meinem kind essen auf den tisch zu stellen, sie rechtzeitig von der schule zu holen, regelmäßig ein- und auszuatmen, nicht verrückt zu werden. ich war mit der kleinen an der hand unterwegs von der schule nach hause, wir waren in dem moment auf der treppe zum fiakerplatz. mein handy klingelte, mein mann war dran. er stammelte ins telefon, dass in ny gerade schreckliches passiert, ich soll den fernseher einschalten, wenn ich zuhause bin. ich verstand nicht, was er von mir wollte, was konnte schlimmer sein, als mein eigener zustand, ich war ziemlich verstört. ich hatte gehofft, er sagt, es war alles ein fehler, er kommt zurück. was interessierte mich ein "fremder" flugzeugabsturz, ich saß selber in einer maschine, die senkrecht nach unten ins unendliche sauste. ich habe dann den fernseher eingeschaltet und dann wusste ich, es geht noch schlimmer, als in meinem eigenen kleinen, engstirnigen, egoistischen universum. bis heute beschäftigt es mich, dass er mich deshalb angerufen hat. offenbar konnte er trotz allem, was zwischen uns geschehen war, in dem moment keinen menschen finden, an den er sich dringender wenden wollte, als an mich. ich habe dann stundenlang weinend in den fernseher gestarrt und ich habe auch nicht ausgeschaltet, wenn die kleine ins zimmer kam, was ich sonst immer getan habe, um sie vor schlimmen bildern zu bewahren. sie hat sich mit ihren kaum 7 jahren um mich gekümmert – wie immer in dieser zeit. für sie machte es keinen unterschied. für mich sind diese und meine persönliche katastrophe verschmolzen. 911 gehört untrennbar zu meiner persönlichen schmerzlichsten erfahrung.



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