Alles, was ich so loswerden oder behalten möchte :-)
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"Das erste Mal S&M" oder "Der Knalleffekt"

Posted by steff74 in Allgemein

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Zunächst, lieber Leser, möchte ich ein wenig das Umfeld der Handlung erkären, damit Du Dich später besser in die Story

einfühlen kannst. Ich darf doch 'Du' sagen? Danke :)

Es gibt im weltweiten Netz eine Unmenge Communities, sehr viele Foto-Communities, doch nur eine, die dich nicht mehr loslässt. Natürlich bedarf es einiger Zeit bis man den unglaublichen Charme dieser Plattform, nennen wir sie AP, spürt. Aber nach zwei bis drei Tagen etwas intensiverer Beschäftigung fängt sie dich auf ihre unnachahmbare Weise.
Das Kernstück bildet, wie könnte es anders sein, die Fotogalerie. Diese bietet Aufnahmen zu verschiedensten Themen. Hierbei handelt es sich allerdings nicht nur einfach um irgendwelche schnell mal aus der Hüfte geschossene Shots. Nein, weit gefehlt. Die Fotos müssen erst durch die Passkontrolle, die von einigen sehr engagierten, weitsichtigen und firmen Bild-Administratoren durchgeführt wird. Herzlichen Dank an dieser Stelle für die tolle Arbeit!

Gleich nach besagter Galerie eröffnet eine sogenannte Shout-Box den Usern die Möglichkeit zur kreativen Entfaltung. Hier kann auf Teufel komm raus fachgesimpelt werden, Probleme werden definiert und im Handumdrehen gelöst und… es bleibt auch Zeit ein wenig herum zu albern. Ein idealer Ort, um sich virtuell kennenzulernen. Das geht sogar soweit, dass man denkt, manche User schon jahrelang zu kennen – eine Vertrautheit entsteht, eine Vertrautheit mit Folgen…
Für die, die es gemächlicher angehen wollen, steht ein Forum zur Verfügung. Gemächlich,… gemächlich? Oh, ja, ich sollte in die Gänge kommen.

Um die Personen, die sich auf AP tummeln auch mal in der Realität beschnuppern zu können, hat man sich entschlossen sogenannte 'User-Treffen' zu organisieren.
Eines der User-Treffen fand im September in Wien (das ist die Hauptstadt vom kleinen, aber feinen Österreich) statt. Diesem Treffen ging enormes Organisationsgeschick von ph, gr und ps (Namen der Redaktion bekannt) und viel Stimmungsmache in der Box voraus. Wer kommt, wer kann doch nicht, wer freut sich, wer freut sich noch mehr, wie können wir die zuhausegebliebenen aufziehen usw.
Einige der AP-Freaks, nennen wir sie liebevoll "Pappnasen" trudelten schon einen Tag vor dem offiziellen Beginn in Wien ein. Da der Wiener Bürgermeister darüber nicht rechtzeitig informiert wurde, konnte er auch nicht den Notstand ausrufen. So schickte er sein Elite-Team ph [pi:eytsch], gr [tschi:ar] und ps [pi:es] an die Front, um die Gäste zu unterhalten.

Meinereiner, nennen wir mich mal S [es], kam am Freitag in Wien an – genau gesagt zeitgleich mit ps um 15.06 Uhr in gr's Wohnung. Da der offizielle Treffpunkt um 17 Uhr in einem Hotel, in dem viele Pappnasen hausten, anberaumt war, hatten wir noch genügend Zeit, um gemütlich zu plaudern. gr's Kühlschrank spukte so nebenbei eine Flasche Wein aus – weißer Landwein aus der Gegend um den Neusiedlersee. Da man als anständiger Gast das Angebot ein Achterl Wein zu trinken nicht ausschlagen darf, sagte ich zu. Wenn ich gewusst hätte, welche immensen Auswirkungen dieses eine Glas (und es waren wirklich nicht mehr) haben sollte, hätte ich Apfelsaft mit Salzsäure verlangt. Nun gut, jetzt ist es zu spät sich darüber Gedanken zu machen…

Was geschah nun bis 17 Uhr in gr's Wohnung? Plauder, plauder, plauder… huch, kurz vor 17 Uhr! Aufbruch!
Schnellen Schrittes marschierten wir zur nächsten U-Bahn-Station, einer Station mit Istanbul-Flair. Danke unserer Sportlichkeit und angetrieben durch die Neugier die restlichen Pappnasen kennenzulernen, schafften wir den Weg zum Treffpunkt in kürzester Zeit. 'Nur noch einen Block, nur noch eine Ecke, nur noch… nichts mehr, wir sind da!'
Und die erste Pappnase, die ich sah – wohlgemerkt zum ersten Mal sah – war M [em]. M stand vor dem Eingang des Hotels und telefonierte.

Und dann kam es zur furchtbaren Verkettung von zwei Ereignissen… Ereignis 1 war eine gedankliche Reise in die Vergangenheit, Ereignis 2 fusste auf eingangs erwähnter Vertrautheit und den vorhin genannten Wein: "pimp your tounge" oder "sprich schneller als du denkst".

Ereignis 1:
Als ich M so telefonierend vor mir stehen sah, zischte ich gedanklich ins Jahr 2000 zurück, genau genommen Juli2000.
Damals besuchte ich einen EDV-Kurs in Wien. Die Teilnehmer waren durchwegs Erwachsene, zumindest sollte man es vom Alter und Aussehen annehmen können. Eine Dame aus der Gruppe hatte ständig ihr Handy an und störte durch permanente Anrufe den Kurs. Zwei, drei Tage versuchten der Kursleiter und einige Teilnehmer mit Ruhe und Verständnis diese Dame davon zu überzeugen, endlich ihr verdammtes Handy auszumachen. Erfolglos.
Wie es kommen musste, wurde die ständig erreichbare Teilnehmerin wieder mal mitten in einer Unterrichtseinheit angerufen und sprach einfach so von der Leber weg seelenruhig mit dem Anrufer. Kollektives Kopfschüttel durch die Bänke und… was war das? Aus den Augenwinkel sah ich Peter, den immer bedachten,besonnen, ruhig, lässigen Peter. Peter erhob sich, ging zu besagter Dame und sagte ihr mit tiefer, etwas lasziver und sehr verständlicher Stimme ins Ohr/Handy: "Schatz, komm zurück ins Bett, mir ist kalt!"
Die Köpfe, die vor wenigen Augenblicke noch unwillkürlich schüttelten, verrenkten sich, um einen Blick auf die Situation zu erhaschen. Völlige Ruhe und ein breit grinsender Peter standen im Raum. Die schreiende Stille wurde schließlich vom Stottern der telefonierenden Dame unterbrochen, die dem Anrufer verzweifelt zu erklären versuchte, dass sie wirklich in einem Kurs säße.
Von nun an wurde nicht mehr im Unterricht telefoniert :D

Ereignis 2:
Ich weiss bis dato nicht, was gr mir in den Wein gemixt hatte. Auf jeden Fall sah ich M telefonierend da stehen und ich hatte das Gefühl eine lang bekannte Freundin zu sehen, eine verheerende Vertrautheit keimte in mir auf.

Meine Gesichtsmuskulatur verzog sich zu einem breiten Grinsen. "Schatz, komm zurück ins Bett, mir ist kalt", war das nächste, das ich vernahm. 'Woher kommt das? Was? Von mir? Ich hab das gesagt?'

M blickte kurz auf und unterbrach für die Zeit, die sich brauchte, um mir eine zu knallen, das Telefonat mit ihrer Mutter. Gott sei Dank waren meine Reflexe noch so gut, dass ich der vollen Wucht ausweichen konnte und nur einen Streif-Schlag abbekam. Das blöde Grinsen blieb interessanterweise – nein, es weitete sich zu einem hellen Lachen.
Als M endlich das Telefonat beendet hatte, begrüßten wir uns herzlich und lachten gemeinsam – sie hatte mich auch gleich erkannt als sie mich sah – noch bevor ich etwas sagte. Ob sie mir ohnehin eine gescheuert hätte, ist mir noch unklar :D

Und die Moral von der Geschicht,
störe andre Leute nicht,
wenn sie sprechen ins Telefon,
mit dem Satz, ihr wisst es schon,
"Schatz, komm zurück ins Bett",
denn das ist nicht ganz nett.

Danke, M, dass du mir das nicht übel genommen und mit deinem bekannten Humor aufgenommen hast :D

Bildnachweis: aboutpixel.de / gebettet © maçka

PS: Ich möchte noch anmerken, dass das Bild der 'Hausherr' eingefügt hat. Ist das eine strenge Kloster-Kammer, qba? :)

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